Elektrotechnik
Zwei Zielgruppen auf einer Seite: Kunden und Bewerber, sauber getrennt. Studie ansehen
Küche, neun Zimmer, Saal für Feiern. Die Website hat hier eine ungewöhnlich klare Aufgabe, und fast alle Gasthof-Seiten verfehlen sie trotzdem.
Konzeptstudie, kein ausgeführter Kundenauftrag. Name und Angaben sind erfunden.
Die eine Erkenntnis
Wer eine Gasthof-Seite öffnet, will fast immer nur drei Dinge wissen: Was gibt es zu essen, habt ihr offen, und bekomme ich einen Tisch.
Alles andere ist wichtig, aber nachrangig. Die Zimmer, der Saal, die Geschichte des Hauses. Sie dürfen die drei Hauptfragen nicht verdecken.
Deshalb steht in dieser Studie die Reservierung im Kopfbereich, die Speisekarte direkt darunter und die Öffnungszeit als erste Angabe im Fließtext.
Das klingt banal. In der Praxis findet man die Speisekarte auf vielen Seiten erst nach drei Klicks, oft als schwer lesbares Dokument.
Der Gasthof hatte eine Seite mit Bildergalerie auf der Startseite und einer Speisekarte als Dokument zum Herunterladen. Auf dem Handy öffnete sich diese Datei in einem eigenen Betrachter, in dem man zoomen musste, um die Preise zu lesen.
Die Öffnungszeiten standen unter „Kontakt", der Ruhetag wurde dort in einem Nebensatz erwähnt, und reserviert wurde ausschließlich telefonisch. Die Nummer war als Bild eingebaut und damit nicht antippbar, was auf dem Handy ungefähr das Gegenteil von hilfreich ist.
Die Speisekarte ist jetzt eine echte Seite. Sie lässt sich durchsuchen, vorlesen, in der Schriftgröße ändern und ohne Zoom lesen. Sie lädt in Bruchteilen einer Sekunde, weil es nur Text ist.
Die Öffnungszeiten stehen im Kopfbereich, im Fußbereich und zusätzlich als maschinenlesbare Angabe im Quelltext. Damit können sie auch direkt im Suchergebnis und im Kartendienst erscheinen, ohne dass jemand die Seite öffnen muss.
Die Reservierung ist ein kurzes Formular mit vier Feldern und daneben die antippbare Nummer für alle, die lieber anrufen. Beides gleichberechtigt, weil das Publikum gemischt ist.
Reihenfolge
Die Sortierung folgt nicht dem, was dem Wirt am wichtigsten ist, sondern dem, wonach am häufigsten gesucht wird.
Handy zuerst
Bei Gastronomie ist der Anteil noch höher als sonst, weil oft unterwegs gesucht wird. Die schmale Ansicht ist deshalb nicht die Sparversion, sondern der Normalfall.
Reservieren, Anrufen und Speisekarte liegen im unteren Drittel des Bildschirms, dort wo der Daumen ohne Umgreifen hinkommt. Das ist kein Detail, sondern der Unterschied zwischen Anruf und Weitersuchen.
Jedes Dokument, das erst in einem anderen Programm aufgeht, kostet Besucher. Die Speisekarte als normale Seite lädt sofort und lässt sich auch mit schlechtem Empfang lesen.
Ein Tellerfoto braucht auf dem Handy keine 4000 Pixel Breite. Wir liefern jede Aufnahme in mehreren Größen aus, damit unterwegs nicht die Version für den großen Monitor geladen wird.
Wie das technisch aussieht, steht bei Webdesign.
Gastronomie ist einer der wenigen Bereiche, in denen sich der Aufwand fast immer rechnet. Es gibt jeden Tag etwas zu zeigen, und die Bilder entstehen ohnehin.
In dieser Studie ist der Plan bewusst klein gehalten: zwei Beiträge pro Woche, beide vom Handy aufgenommen. Am Dienstag der Mittagstisch der Woche, am Freitag ein Blick in die Küche oder auf die Terrasse. Kein Redaktionsplan mit zwölf Formaten, den nach vier Wochen niemand mehr befüllt.
Die Beiträge verlinken auf die Speisekarte, nicht auf die Startseite. Wer wegen des Mittagstischs kommt, will die Karte sehen und nicht erst suchen. Mehr dazu bei Social Media.
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